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Beo

Mark Twain über die deutsche Sprache

Es gibt ganz gewiss keine andere Sprache, die so unordentlich und systemlos daherkommt und dermassen jedem Zugriff entschlüpft. Aufs Hilfloseste wird man in ihr hin und her geschwemmt, und wenn man glaubt, man habe endlich eine Regel zu fassen bekommen, die im tosenden Aufruhr der zehn Wortarten festen Boden zum Verschnaufen verspricht, blättert man um und liest: «Der Lernende merke sich die folgenden Ausnahmen.» Man überfliegt die Liste und stellt fest, dass es mehr Ausnahmen als Beispiele für diese Regel gibt.

Oscar Wilde über die deutsche Sprache

Das Leben ist zu kurz, um Deutsch zu lernen.

–

Wand, auf der gesprüht steht: revolution, wobei evol spiegelverkeht geschrieben steht: love, also r-love-ution

Digital

«Das Leben ist hart», sagt Steffi. «Vielleicht interessiere ich mich deshalb nur noch für Software.»

Im Lauf der Zeit

Gemahl? – Gehmal ...

Im Frühling

1996 brachten argentinische Studenten ein Büchlein mit dem Titel «Die lebendigen Gedanken des argentinischen Präsidenten Carlos Menem» heraus. Es bestand aus 64 leeren Seiten – und wurde mehr als 10 000 Mal verkauft, vor allem an Politiker und Beamte, die sich über ihren Chef lustig machten und das Büchlein verschenkten.

Durchschaubar

Foto von Schild auf der Strasse: Invisible, please help. Daneben eine umgedrehte Mütze zum Geldsammeln.

Copywrong

«Unterschreiben Sie doch einfach mit dem Namen Ihrer Schwester», meint der Beamte aufmunternd und führt mich an ein stilleres Tischchen, «wir haben heute ohnehin den Tag der Fälschung.»

Wertverdrohung

ein herrenloser Ärmelpullover

Obst, Gemüse, Politik

Nach einer Demonstration, an der Kohl mit Gemüse beworfen worden war, stand in der Zeitung: «Birne kriegt Tomate an Rübe.»

Reisepolster

Foto von Sofa neben Mülltonne. Auf dem Sofa steht geschrieben: You are sofa away.

Schein 1

Irgenwann am Abend kam der Moment, wo Toni sich sagte: Es ist ja bloss ein Fetzen Papier – also geben wir ihn aus!

Schein 2

Zwischen zwei Dunkelheiten stehen die Strassenlampen.

Schein 3

Als die Schauspieler müde sind, tritt auf einmal die Wirklichkeit auf.

uns ich er

Von Beat Gloor für die Ausstellung Wort im Forum Schlossplatz Aarau.

Zensurierte Verbote

In einer Zeitschrift lese ich, wo überall Bücher verboten und Schriftsteller noch ins Gefängnis gesteckt werden und dass ein Land, das ich jetzt nicht nennen will, das einzige Land ist, in dem auch die Liste der zensurierten Bücher noch zensuriert wird, aber ich glaube das nicht so recht, ich glaube eher, bei den anderen haben sie es nicht hinschreiben dürfen.

Geständnis eines Brandstifters

All die Feuer, die in meinem Herzen nicht brennen wollten, habe ich draussen angezündet.

Glüh-Obst

Bild einer Glühbirne, die sich an eine Obst-Birne anlehnt

Versprecher am Radio

Verwaltete Affentechnik

Liebevolle Alliterationen

Paare, deren Vornamen mit dem gleichen Buchstaben beginnen, leben in stabileren Beziehungen als Paare mit unterschiedlichen Anfangsbuchstaben.

Belesene Japaner

Foto einer japanischen Zeitschrift, die GOETHE heisst

Zeitschleife

Aktuell läuft eh alles rückwärts, aber das haben wir schon morgen gesagt.

Nomen est omen

«Ihr Name hilft uns beim Zählen und wird später vernichtet», schrieb der Leiter des Statistischen Bundesamtes in Deutschland, Egon Hölder, anlässlich der Volkszählung an die zu zählenden Deutschen.

Neulich in der Parfümerieabteilung

henunso denim's halt

Einleuchtend

Ein fremdsprachiges Kind definiert den Schatten: «Da sieht man sich selbst auf dem Boden, ein Teil von dir. In der Nacht ist er weg. Er ist schwarz und die Nacht ist schwarz. Zweimal schwarz sieht man nicht.»

Spam wird poetisch

Aufrütteln Sie Ihr Spätzchen ...

Ferrari in Lima

Nützliches Wissen

«In der vierten Lektion», strahlt der Spanischlehrer, «lernen wir nun, was man sagen muss, wenn man verhaftet wird.»

Eisenhaltige Nahrung

Manche Unternehmen lassen ihren Namen nicht kuppeln – sie schreiben ihn ohne Bindestrich. So auch die SBB. Diese sprachliche Weichenstellung bringt den Leser schnell aufs falsche Gleis, wenn er liest:

Andreas C. «Studi» Studer kocht für die SBB Speisewagen.
(hier gefunden)

Warnung

Farbensprache

Während der chinesischen Kulturrevolution wurde vorgeschlagen, die Farben der Verkehrsampeln zu ändern, da Rot für den Fortschritt stehe und deshalb nicht anhalten bedeuten dürfe.

Innovation

Wäre das Buch nach dem Laptop erfunden worden, gälte es als bahnbrechende High-Tech-Sensation: Es ist leicht, startet sofort auf, der Bildschirm ist hervorragend, es gibt keine Datenverluste und keine Probleme mit der Energieversorgung, die Systemkompatibilität ist über Jahre garantiert, und das Ding hat Human Touch.

Böses Komma

Aushang im Restaurant, auf dem Gästen angeboten wird, das man ihnen "den Rest gibt", wenn sie ihre Speisen nicht ganz bewältigen.

Wille und Weg

Den Flussverlauf sieht die Quelle nicht – sie wäre nicht einverstanden.

Motivation

Punker auf Warschauer Brücke, Berlin: «Haste mal etwas Kleingeld?» Studentin: «Sorry, bin selbst grad pleite.» Punker: «Dann geh doch arbeiten!»

Doppeldecker

Foto von zwei Schulbussen, die so aufeinander geschweisst sind, dass sie aussehen, als wären sie horizontal auf Höhe der Fenster gespiegelt.

IQ < 60

Der Conférencier kündigt nun ein paar Witze für Zuhörer mit einem IQ unter 60 an, und der Saal verstummt schlagartig.

Mundgeruch

Moni hat den Werbespot am Fernsehen schon einige Male gesehen. Schliesslich fragt sie: «Mami, wann kaufen wir endlich einmal dieses Karies?»

Steuerklima Schweiz

Foto von drei Röhren an der Wand, auf denen geschrieben steht: "Steuerluft"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesehen in einem Hauseingang 100 m vom Paradeplatz entfernt.

Hink

Nicht alles, was hinkt, ist auch schon ein Vergleich.

Aktiv zuhören

«Schon zurück, siehst du, hat gar nicht lange gedauert», sagt ein Rentner hinter mir. Ich drehe mich um, um zu sehen, mit wem er spricht, aber da ist kein Mensch, er hat es zu seinem Auto gesagt.

Für den Kopf

Foto von asiatischem Mann in Asien mit einer blauen Mütze, auf der geschrieben steht: "Für den Kopf."

Berichterstattung und Bestattung

Während des neunmonatigen Zeitungsstreiks 1967/68 in Detroit lag die Selbstmordrate um vierzig Prozent tiefer als davor und danach.

Märchenhaft

Das Protokoll der Verhandlung wird wie folgt berichtigt: «Der Angeklagte arbeitet nicht bei den sieben Zwergen, sondern bei den Siemens-Werken.»

Lesen verboten

Foto von Kiosk mit vielen Zeitschriften und dem Hinweis, dass "Lesen verboten" ist.

Realitätsverlust

«Man muss sich beeilen, wenn man noch etwas sehen will. Alles verschwindet», sagte Cézanne am Anfang des 20. Jahrhunderts.

Sprichwörtlich

Lügen haben kurze Beine? Stimmt nicht immer. Kinder und Narren sagen die Wahrheit? Mit Vorbehalt. Was sicher wahr ist: Kinder haben kurze Beine.

Reisephobie

Bahnhofsanzeige am Gleis, auf der geschrieben steht: "Bitte nicht Firenze"

Frage ans Wasser

Ist die Untiefe eine besonders tiefe Stelle oder ein Tümpel? Der Duden lässt beides gelten.

Etymologie

In einem alten Lesebuch entdecke ich das Wort Wiederstand, das man vor ein paar hundert Jahren tatsächlich noch so geschrieben hat.

Abstammung der Arten

Abbildung eines Vogels neben zwei ß-Zeichen, die dem Vogel ähnlich sehen (oder umgekehrt)










Gesichtet in einer Präsentation von František Štorm und seiner Schrift Andulka.

Plural

«Tja, der Mann, die Männer», lacht sie. «In der Mehrzahl ist alles weiblich.»

Nachschub

Was passiert, wenn in einem Büro die Formulare zum Nachbestellen von Formularen ausgegangen sind?

Zeichen lesen

In der Bourgogne zeigt das Willkommensschild am Strassenrand eine Schnecke, einen Mann mit Kochmütze und eine Rebe. Es bedeutet: Vorsicht, im Salat sind Schnecken, weil der Koch betrunken ist.

Im Theater

Als die Schauspieler müde sind, tritt auf einmal die Wirklichkeit auf.

Geliehenes Bild










 

Wie viel Zins dieser falsche Freund wohl für das Foto verlangt?

Fabelhaft

Märchen schärfen – das wird gerne unterschlagen – den Sinn für wahr und unwahr: eine wichtige Fähigkeit im Zeitalter der Medien.

Virus des Vertrauens

Achtung! Dieser Virus funktioniert auf Vertrauensbasis. Bitte leiten Sie dieses Mail an alle Menschen weiter, die Sie kennen, und löschen Sie anschliessend alle Daten auf Ihrem Computer.

Glück

Im Grunde haben wir Glück. Aber das reicht nicht. Wir brauchen jemanden, der uns das immer wieder vorsagt.

Perlenkette

Dass das Aneinanderreihen von Buchstaben in der richtigen Reihenfolge Gedanken, Gefühle oder Geld erzeugt, während es in einer anderen Reihenfolge nichts oder das Gegenteil bewirkt, ist schon eine merkwürdige Tatsache.

Was bleibt

Die Tinte fliesst aus, der Kugelschreiber wickelt ein Band von Flüssigkeit aufs Papier, und der Bleistift reibt sich auf ... Schreiben hiess bis vor wenigen Jahrzehnten, mit der Zeit eine Spur von Molekülen hinter sich zurückzulassen.

Aufruf

Man hätte, man sollte, man müsste ... Was wir brauchen, ist der praktizierte Konjunktiv.

Teufels Sender und Gottes Beitrag

Satellitenschüssel, auf der folgender Firmenname geschrieben steht: SatAn

Wortspiel

Als der brasilianische Fussballgott Pelé Ende der sechziger Jahre seine Memoiren veröffentlichte, löste dies einen gewaltigen Alphabetisierungsschub aus in seiner Heimat: Weil sie seine Erinnerungen lesen wollten, lernten Millionen von Brasilianern lesen und schreiben.

Zu faul

Titelaushang am Kiosk:
«Leiche machte Tür nicht auf – Polizei fuhr wieder weg.»

Kultur und Natur

Die Engländer haben drei Wörter für den Nebel: haze, mist und fog. Wir haben nur zwei, Dunst und eben den Nebel. Aber die Engländer haben auch mehr Nebel als wir.

Printmedium

«Super Zeitung!», denke ich, nachdem ich schon vier Mücken damit erschlagen habe.

Tierchen aus dem Textbausteinbruch

visuelle Poesie: Ameise aus den Buchstaben A M E I S E gemalt (mit Beinchen)

Futur Perfekt

«Morgen habe ich einen Hasen gesehen», sagte die Grossmutter jeweils zu Anna, wenn sie wieder ins Schwärmen oder Spintisieren kam.

Haiku

Sicher ist sicher
sagte sich die Ampel und
wechselte auf Rot

Unschärferelation

Es gibt Vögel, die verlieren ihren Willen und sterben, wenn sie beobachtet werden.

Weisheit

Ein Ethnologe hat erlebt, wie ein Schamane Regen herbeigetanzt hat, und bittet um eine Wiederholung vor Zeugen. Der Schamane antwortet, das sei nicht möglich, es werde dann vielleicht nicht regnen. Der Ethnologe insistiert, ob er es nicht wenigstens versuchen könne. Aber der Schamane sagt, es sei ein Frevel, den Regentanz zu tanzen, wenn es nicht regnen werde.

Starkes Stück

Starkes Stück: Preis reduziert – statt 10.00 nur noch 9.99

 

 

 

 

 

 

 

Das ist kein blosses Schnäppchen mehr – das ist ne echte Schnappe!
Und das Foto ein richtiger Schnappschuss.

Kundenservice

«Schlüssel zum Abtritt beim Bahnagenten, drittes Haus von hier, rechts um die Ecke, zweiter Stock, lange klingeln lassen», steht auf einem Schild in einem kleinen Landbahnhof. Darunter hat jemand geschrieben: «In dringenden Fällen wende man sich an die Generaldirektion in München.»

Unser Zeichen der Woche (23)

㋡

Unicode U+32E1 (japanischer Smiley)

Relativität

Das Mass dafür, wie lange etwas dauert, ist nicht die Zeit, sondern unsere Ungeduld.

Netter Zug

Netter Zug

Darum

Die Macht heisst Macht, weil sie es machen kann.

Sprachliebe

Casanova hielt sich 1760 in Zürich auf, wo ihn eine Kupplerin mit Frauen versorgte: «Ich vergnügte mich vier Tage lang im Hause der Frau, die mir die Giustiniani zugeführt hatte, aber ich muss sagen, ich vergnügte mich sehr schlecht, denn ihre Mädchen sprachen nur das grobe Schweizerdeutsch. Ohne die Sprache aber vermindert sich das Vergnügen an der Liebe um mindestens zwei Drittel.»

Déjà-vu

Ich hatte die Brieftasche nie zuvor gesehen, aber das Geld darin kam mir irgendwie bekannt vor. Also behielt ich das Geld und legte die Börse wieder hin.

Coverversion

Coverversion

Einwurf

«Wörter sind Steine», schreibt mir Alessandra, «und ich versuche, die Scheiben zu den Menschen einzuschlagen.»

Satz ohne grosses Wort

Es gibt solche, die leben, und solche, die schreiben, und die einen sollten den andern das andere ebenso wenig vorwerfen wie die andern das eine den einen.

Gedanken lesen

Wenn man Gedanken lesen könnte – im Bus, im Tram, auf der Strasse –, wäre die am meisten gestellte Frage: Wie soll man leben?

Beschwerde

Beschwerde

Prost

Von der Bar bis zu Bahre sind es nur zwei Buchstaben, he he.

Hinweis im Wartezimmer

Die sehr verehrten Patienten werden gebeten, im Wartezimmer keine Symptome auszutauschen.

Vegetarisch parken

Vegetarisch parkieren

r-s-t-u-v-w

Das Wort, in dem am meisten Buchstaben des Alphabets hintereinander vorkommen, ist der Erst-UV-Wert (r-s-t-u-v-w).

Plus regiert den Glücksfall

Es gibt eine Präposition, nach der man jeden deutschen Fall setzen kann. Es ist das Wörtchen plus:
plus mein Hund (Nominativ)
plus meines Hundes (Genitiv)
plus meinem Hund (Dativ)
plus meinen Hund (Akkusativ)
 
Wer-Fall, Wes-Fall, Wem-Fall oder Wen-Fall? Glücksfall!
 

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